Club der Anhänger alter Renault

Club des Amateurs d'anciennes Renault

C.A.R.


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Renault Biturbo


Renault Spider


Renault R21 Turbo


Renault Clio V6


Renault Alpine A610

Renault Historie
1990 - 1998

Dass mit Renault - Mitte der 80er noch das Sorgenkind der Branche - wieder zu rechnen ist, dies stellt der „Créateur d'Automobiles" mannigfaltig unter Beweis. So zum Beispiel in der Formel 1: Bereits 1989 war die französische Marke als Motorenpartner des Teams Williams in den Grand Prix-Sport zurückgekehrt, selbstredend erneut mit einem wegweisenden Konzept. Das 3,5 Liter große Rennaggregat aus Viry-Châtillon setzt erstmals auf eine Zehnzylinder-V-Konfiguration und hydropneumatische Ventilsteuerung - eine Technologie, die in den Folgejahren kaum für möglich gehaltene Drehzahlen erlauben sollte. Die Resultate lassen nicht lange auf sich warten: Bereits im Debütjahr steuert das belgische Regen-Ass Thierry Boutsen einen ersten Sieg bei, 1990 folgen zwei weitere, und 1991 beendet die britisch-französische Kooperation die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft auf dem zweiten Rang.

Es beginnt eine Ära der totalen Dominanz: Williams-Renault und - 1995 - Benetton-Renault erringen bis einschließlich 1997 sechs Marken-WM-Titel am Stück. Bei den Fahrern setzen sich Nigel Mansell (1992), Alain Prost (1993), Michael Schumacher (1995), Damon Hill (1996) und Jacques Villeneuve (1997) die Champions-Krone auf, dann zieht sich Renault aus der Königsklasse wieder zurück - alle Fragen waren beantwortet, alle Beweise geliefert. Dennoch bleibt die Erinnerungan diese tolle Zeit nicht gänzlich ungetrübt: 1994 war der dreifache Weltmeister Ayrton Senna am Steuer seines Williams beim Großen Preis von Imola in San Marino tödlich verunglückt. Zum Gedenken an den charismatischen Brasilianer, den viele bis heute für den größten Rennfahrer aller Zeiten halten, taufte Renault das 1998 neu eröffnete Werk in Curitiba „Ayrton Senna".

Nicht nur in der Formel 1, auch in einer anderen Disziplin setzt sich Renault in den 90er Jahren an die Spitze: Unter der Leitung des Kreativdirektors Patrick le Quément übernimmt die französische Marke eine Leitfunktion in puncto Design. Kaum eine internationale Messe, auf der Renault nicht mit einem spektakulären Concept Car oder einer wegweisenden Studie aufwartet.

1990 etwa debütiert die Sportwagen-Studie „Laguna". Es folgen: das Raumkonzept „Scénic" (1991), der „Zoom" (1992), „Racoon" (1993), „Argos" (1994), „Fiftie" (1996) und die Oberklassen-Studie „Vel Satis" sowie viele andere. Besonders wichtig: Die markanten Blickfänger sind keine selbstverliebten Fingerübungen oder Marketing-Gags. Jedes Ausstellungsstück besitzt eine präzise Botschaft und eine klare Aussage, denn zumeist dienen sie als Weichensteller für ein späteres Serienmodell, in dem sie prägnante Karosserie- oder Interieur-Details vorwegnehmen. Kein Wunder, dass Renault für Nachwuchsdesigner seither zum Wunscharbeitgeber Nummer 1 aufgestiegen ist.

Parallel dazu geht auch die Modernisierung der Modellreihen mit Riesenschritten voran. Den Auftakt macht der Renault Clio, der 1990 die Herzen der Kunden im Sturm erobert und bereits im Folgejahr als „Auto des Jahres" geehrt wird. 1992 folgt Le Quéments vielleicht größter Geniestreich: der freche Twingo, der für die folgenden 15 Jahre mit seinem außergewöhnlichen Innenraumkonzept und dem liebenswerten Äußeren dem Begriff „Evergreen" eine neue Bedeutung verleiht. Als Nachfolger des Renault 21 wird der Laguna ab 1994 in der Mittelklasse zur festen Größe. Die variantenreiche Mégane-Baureihe löst 1995 den Renault 19 ab. Und mit dem Scénic trägt die französische Marke den bahnbrechenden Erfolg des Espace - der 1997 in dritter Generation mit futuristischer Optik in Deutschland erscheint - in die kompakte Mittelklasse.

Zugleich setzt sich die Internationalisierung des Konzern fort. Bereits seit 1990 ist Renault als Aktiengesellschaft an der Börse notiert. Moderne Fertigungsanlagen in Taiwan, der Türkei, Brasilien, Uruguay, Kolumbien und Marokko ergänzen das europäische Portfolio. Pünktlich zum 100. Geburtstag schenkt sich der Konzern 1998 zudem ein neues Entwicklungszentrum: Im hochmodernen Technocentre in Guyancourt vor den Toren von Paris arbeiten 6.500 Ingenieure und Techniker an der Zukunft von Renault.

Der endgültige Aufstieg zum Global Player gelingt dem französischen Unternehmen 1999: Durch die Allianz mit der japanischen Marke Nissan, einer 51-Prozent-Beteiligung am rumänischen Hersteller Dacia und der Gründung der Renault Samsung Motors mittels Übernahme der Autosparte der koreanischen Samsung-Gruppe (2000) gehört die Konzern-Gruppe fortan zu den vier größten Automobilherstellern der Welt.
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